Thomas Mank

Geboren 1961, Absolvent der der hfg Hochschule für Gestaltung Offenbach (Dipl.-Des.), arbeite ich freischaffend als experimenteller Filmemacher und Gestalter in Berlin und Frankfurt am Main.

Seit mehr als 25 Jahren lebe und arbeite ich im Spannungsfeld zwischen Kunst und Gestaltung und verwende dabei Fotografie, Film, Programmierung und Sprache. Die angewandten Auftragsarbeiten profitierten – und profitieren – dabei von den freien Projekten und umgekehrt. Die unterschiedlichen Arbeiten bewegen sich letztendlich um ein gemeinsames Zentrum, das ist mein grundsätzliches Interesse an der Idee von Gestaltung als einem Struktur- und Ordnungsprinzip.

Seit 2007 befinden sich meine Werkräume im Brückenhaus, dem Zentralbau der „Weißen Stadt“, einer der fünf Siedlungen der Moderne in Berlin. Das Atelier dort ist für mich täglicher Arbeitsplatz: Büro, Denk- und Ideenraum, Treffpunkt mit kompetenten Mitarbeitern, die projektbezogen zur Verfügung stehen.

Visuelle Kommunikation

Den Begriff der »Visuellen Kommunikation« verstand und verstehe ich bis heute durchaus im ursprünglichen Sinne einer Kritik an er sog. „Bewusstseinsindustrie“. Schon meine sehr frühen Fotoarbeiten, die ich im Alter von 16, 17 Jahren herstellte, beschäftigen sich mit der Auflösung von Wirklichkeitssimulationen. Angetrieben vom jugendlichen Zweifel am Selbst-Bild gelangte ich von anfänglichen fotografischen Inszenierungen, zunächst des eigenen Körpers, hin zu Porträtaufnahmen und schließlich zur Analyse von Oberflächenstrukturen ebenso wie Architekturen und Raumsituationen. Mit diesem Denk-Ansatz und ausgestattet mit einer entsprechenden Mappe gelang es mir als bis dahin erstem Bewerber an der hfg aufgenommen zu werden mit reinen Fotoarbeiten , ohne explizit zeichnen zu können; die Hochschule war seinerzeit eine vorwiegend grafische Kunstschule.

Filme

Meine analogen Filme, insbesondere HOCHHAUS und FELDER 9.6, wurden auf Festivals (Chicago, Kunsthalle Bremen, Osnabrück, Oberhausen) und im Rahmen internationaler Filmreihen (u.a. „Neue Tendenzen im deutschen Experimentalfilm“, Goethe-Institut) gezeigt. Diese Filme und Materialien befinden sich in den Sammlungen des Deutschen Filminstituts (Frankfurt) und LUX (London).

Die experimentelle Dokumentation SIGNALSTÖRUNG war eine Co-Produktion von ZDF – Kleines Fernsehspiel und HR Hessischer Rundfunk, bisher ausgestrahlt zwischen den Jahren 1998-2000.

Der Kurzfilm KRAK war der bisher einzige Film mit einer expliziten Spielhandlung, produziert von einem externen Filmproduzenten. Ursprünglich als „Übung“ für den geplanten Spielfilm IM EPPSDORFER GRUND blieb er bislang mein einziger Ausflug in die Welt der fiktiven Erzählung.

HOCHHAUS und KRAK wurden mit Preisen ausgezeichnet und für den experimentellen Dokumentarfilm SIGNALSTÖRUNG erhielt ich den Hessischen Filmpreis für das beste Drehbuch wie auch den Hessischen Filmpreis für die beste Regie.

Digitale Film-Arbeiten entstanden bisher vor allem im Zusammenhang von Installationen. Die Materialien der Ausstellungsinstallation DIE MAUER … haben nur als Teil der Gesamtkonstruktion Bestand, denn sie entstehen durch die Wirkung eines Algorithmus, aktiviert durch die Besucherinnen und Besucher vor Ort. Die Filme, die in der Installation NORMENWERK in das begehbare Gitterwerk projiziert wurden, funktionieren auch als separate Arbeiten, ebenso wie die Animationen für das Foyer des DIN.

Aufträge

Bereits während des Studiums habe ich im damals neu gegründeten Deutschen Filmmuseum und im Kommunalen Kino Frankfurt gearbeitet, sowohl im Ausstellungsbereich wie auch in der Betreuung und Programmierung von thematischen Filmreihen. Parallel dazu habe ich an freien experimentellen Projekten ebenso gearbeitet, eher konservative Gestaltungsaufträge ausgeführt und mich zudem kultur- bzw. filmpolitisch engagiert.

Zwischen 2001 und 2012 habe ich vor allem Ausstellungen und Installationen konzipiert, produziert und organisiert. Auftraggeber für Ausstellungen und Installationen waren unter anderem das Deutsche Filmmuseum Frankfurt, die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), das DIN Deutsches Institut für Normung e. V., den Deutschen Bundestag (siehe Bild oben: Thomas Mank neben Stele 1 v. 8, Installation »Die Mauer muss weg…«. Hier: Sejm, Warschau) und die Europäische Filmphilharmonie GmbH. Seit 2013 arbeite wieder vorrangig an freien, eigenproduzierten Film- und Textprojekten.

Theorie

Neben der eigentlichen künstlerischen Arbeit war ich von früh an überzeugt, dass ich meinen Arbeiten einen historischen und auch politischen Rahmen schaffen muss. Das führte dazu, dass ich von 1991-93 als Geschäftsführer das Filmbüro Hessen e.V. aktiv war, die Frankfurter Filmschau organisierte und Mitbegründer des Frankfurter Filmhauses wurde. Zwischen 1993 und 1997 publizierte ich zahlreiche Vorträge, hielt Blockseminare und konzipierte Filmreihen zu den Themen »Der Absolute Film« und »Vom Experimentalfilm zu den Neuen Medien«.

Ein Höhepunkt meiner Arbeiten zu diesem Thema war das exklusive Gespräch, dass ich mit der damals 95jährigen Ré Soupault in ihrem Pariser Appartement führen durfte, wenige Monate vor ihrem Tod. Meines Wissens nach ist es eines der wneigen und das einzige ausführliche Interview, das sie je gegeben hat.

Schließlich leitete ich von 2002 bis 2004 das Künstlerkollektiv Galerie Rekord in Berlin, was mir einen aufschlussreichen Einblick in die Funktionsweise des Kunsthandels ermöglicht hat.

Von den film-politischen Aktivitäten ist bislang einzig mein Engagement für den kritischen Blog »kinematheken.info« geblieben, den ich 2015 auf Initiative von Helmut Herbst mitbegründet habe und weiterhin in seinem und Daniel Kothenschultes Auftrag gestalte und administriere .

Juni 2018