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Hochhaus
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HOCHHAUS ist zunächst eine fotografische oder besser: fotografierte Vermessung. Von Abständen, Proportionen, Verhältnissen und Bewegungen im Raum. Dem Raum, der begehbar ist zwischen Subjekt und Objekt, Wahrnehmung und medialer Transposition, visueller Empfindungen als - im wahren Wortsinne - Ein-Bildungen. Nicht zuletzt eine Vermessung industrieller Materialien. Am Ende ist es genau diese Material-Vermessung, die Verhältnismäßigkeit auf der Grundlage von vorgegebenen Proportionen, welche die Bewegungsimulationen, den Rhythmus und somit die Struktur in der Projektion ermöglichen und vorgeben

Diese Collage aus Bewegtbildern war die erste filmische Komposition auf der Grundlage einer Montagetechnik, die sich Thomas Mank seit seinem 15. Lebensjahr mit Fotografien und Materialcollagen erarbeitet hatte und steht bis heute für die Prinzipien von Manks gestalterische Auffassungen.

Film als Clip online:
HOCHHAUS, 1986 (2014*), 16mm, sw, Lichtton

Das Bild-Motiv von HOCHHAUS ist die Transposition architektonischer Motive in Klang und bewegtes Bild mittels fotografischer Prozesse, ohne Filmkamera. Dafür wurde eine Sequenz von fünf 35mm-Fotonegativen hergestellt, deren Länge einer Sekunde 16mm Film entspricht. Diese Negativ-Sequenz wurde durch fotokopieren und negativ-positiv-spiegeln vielfach dupliziert und zu verschiedenen Sequenzen verbunden, die bereits den Kernfilm aus Papier (Bild oben: Originalvorlagen der Bildstreifen aus Papier 1996) darstellen.

Dieser „Kernfilm“ wurde dann mithilfe eines simplen Fotokontakt-Belichters per Hand auf 16mm-Positiv übertragen und als Vorgang sooft wiederholt, bis das 35mm-Format nicht nur in seiner Länge, sondern auch in der Breite vollständig abgetastet war – horizontal ebenso wie vertikal.

Dabei wurde zwangsläufig auch die Lichttonspur auf dem Filmmaterial mit belichtet, die am Rand eine Breite von 3mm ausmacht. Da auf diese Weise im handgefertigten Original Ton und Bild auf gleicher Höhe liegen, was in der Projektion ein asynchrones Ereignis erzeugt, musste in einem dritten Schritt – nach dem Papieroriginal und der 16mm Handkopie – eine dritte Kopie erzeugt werden. Mank verwendete dafür ein altes Filmkopiergerät. Dort wurde mit dem handbelichteten Original, das nunmehr als eine Art Negativ fungierte, ein zweiter 16mm-Film zweimal belichtet: erst die Bildspur, dann anschließend die Lichttonspur, letztere um 24 Bilder versetzt. Das entspricht dem Abstand, wie Bild und Ton im Projektor abgetastet werden. Das Ergebnis ist das eigentliche synchrone Original, von dem dann 6sechs Kopien – jeweils per Hand – hergestellt wurden. Alle Kopiervorgänge mussten in Dunkelheit bzw. bei Rotlicht ausgeführt werden; der Aufwand war also enorm.

Für die Wiedergabe hier im Netz hat Thomas Mank den Film als Clip nachgearbeitet; das Bild ist jetzt wesentlich grafischer, die Grautöne sind sehr reduziert. Das ist der vergleichsweise geringen Fläche des Bildschirms geschuldet: Der stroboskopische Rhythmus entsteht durch die unterschiedlichen Größenverhältnisse des ursprünglichen Materials und erzeugt in der Kinoprojektion Nachbildeffekte, die sich hier im Computer nur mit gutem Willen wahrnehmen lassen. Das ursprüngliche Format wurde beibehalten, weshalb man hier bei der Wiedergabe oben und unten Balken erkennen kann.

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*Digital nachbearbeitet 2014

- 1. Preis des Bonner Experimentalfestivals "Experi Nixperi" 1987
- Förderpreis des Rotarier-Clubs Frankfurt

Archiviert und ausleihbar:

LUX
Waterlow Park Centre,
Dartmouth Park Hill,
London,
N19 5JF, UK

Deutsches Filminstitut - DIF e.V.
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Friedrich-Bergius-Str. 5
D-65203 Wiesbaden