Der gebaute Diskurs

Es ist des Baukünstlers Aufgabe,
eine Verschmelzung der Zeiten anzustreben.
Marc Jordi

Ein Arbeitsporträt der Architektin Susanne Keller und des Architekten und Künstlers Marc Jordi (Büro Jordi & Keller Architekten) als Essayfilm über zeitgenössische Architektur am Beispiel der Neubebauung des Frankfurter Römerbergs.

Markt 8 und Markt 40

Die Gebäude des „DomRömer-Quartiers“ stammen von unterschiedlichsten Architektinnen und Architekten. Für den Film soll die Konzeption und Erarbeitung der beiden Häuser »Markt 8 (Großer Rebstock) und »Markt 40 (Zu den drei Römern)« von Jordi & Keller Architekten vertieft und stellvertretend für die übrigen erörtert werden.

Die Rekonstruktion und Neudefinition der historischen Altstadt, die nach dem 2. Weltkrieg noch weitgehend erhalten den technischen Anforderungen eines durchökonomisierten Neuanfangs geopfert worden war, hat einen Diskurs ausgelöst, der über Frankfurt hinaus reicht und die Gelegenheit bietet, sich im Zeitalter der Globalisierung dokumentarisch und künstlerisch mit Begriffen wie „Heimat“ und „Identität“ zu befassen.

Als Essayfilm angelegt will »Der gebaute Diskurs« (Arbeitstitel) eine vielschichtig kulturelle, gesellschaftspolitische und technische Herausforderung nachzeichnen. Dazu werden handelnde Personen im Kontext ihrer Entscheidungen befragt und mit dem Porträt der Lebens- und Arbeitsweise des mit zwei markanten Gebäuden vertretenen Architektenpaares Susanne Keller und Marc Jordi grundsätzliche Beweggründe und Dynamik architektonischen Schaffens reflektiert.

Das parallel zur essayistischen Erzählung geführte Portrait des Architekten-Ehepaares Susanne Keller – Mark Jordi soll der rote Faden sein, an dem entlang das Motiv „DomRömer-Quartier“ entwickelt wird. Die Zusammenarbeit mit Jordi-Keller Architekten bietet den Einblick in einen künstlerisch konsequent wie gleichermaßen durchstrukturierten Arbeitsalltag.

Mac Jordi im Büro Jordi-Keller

In Frankfurt zunächst mit dem Haus »Markt 40« beauftragt gewannen Jordi & Keller Architekten einen internen Wettbewerb zum Bau von »Markt 8«. Das Ergebnis ist eine architektonische wie städtebauliche Lösung, die der Bedeutung des Römerbergs für das kollektive Stadtgedächtnis entspricht. Damit wurde nicht nur die Entwurfsarbeit gewürdigt, sondern eine künstlerische Auffassung, die sich konsequent in sämtlichen ihrer Arbeiten wiederspiegelt, das skizzenhafte Aufzeigen der großen epochenübergreifenden Entwicklungen regionaler Bautraditionen mit dem Ziel, durch Bezugnahme auf Geschichte und Umgebung die Rahmenbedingungen für eine vielschichtige Architektur zu schaffen.

Das dokumentarische Material soll in einer experimentellen Montage mit dem Ziel verbunden werden, einen gleichermaßen poetischen wie strukturierenden Beitrag zur Diskussion um zeitgenössische Architektur und zum Verhältnis von privatem zu öffentlichem Raum und der Stadtgesellschaft zu leisten.Das Medium Film ist hierfür das Instrument der visuellen Reflexion ebenso wie der Geschichtsschreibung, das Kino als gleichermaßen virtueller wie sozialer und architektonischer Raum die kongeniale Entsprechung der Thematik.