Der gebaute Diskurs

Werkbuch 2. Fassung, April 2021

Als Künstler interessiert mich grundsätzlich das Verhältnis von dynamischen Strukturen und subjektiven Perspektiven; mit der geplanten Arbeit »DomRömer – der gebaute Diskurs« will ich am außergewöhnlichen Motiv der Neuen Frankfurter Altstadt sichtbar machen, welchen Anteil die persönliche Auffassung einzelner Beteiligter am Zustandekommen und Gelingen einer derartig komplexen Umgestaltung hatte.

Bisher entstanden ein Werkbuch für einen Film bzw. eine Film-Installation und in Zusammenarbeit mit Stefan Freund die Website »Porträtgespräche«.


Drehbuchförderung durch Hessenfilm und Medien 2019/2020

Wie in nur wenigen Städten prägt divergente Architektur auf dichtem Raum das Bild Frankfurts. Hochhaustürme ziehen das Zentrum der Stadt in die Höhe, verschmelzen zu einer spiegelnden Skulptur, deren Sockel in niedrig-kleinteilige Geschäftshäuser und Grünanlagen weiträumig ausläuft, wo noch bis zum Ende des 2. Weltkriegs Europas größte zusammenhängende gotische Altstadt stand. 

Ein kleiner Teil davon wurde nun als Dom-Römer-Projekt neu erdacht; was wie eine historische Rückschau erscheint, ist tatsächlich moderne Architektur, die in Verbindung mit traditionellem Bauhandwerk das Neue nicht einfach an die Stelle des Alten setzt, sondern das Alte in das Neue wandelt. 

Ich begann meine Arbeit mit der Überlegung, wie es möglich war, dass sich die unterschiedlichsten Personen mit ihren bisweilen voneinander abweichenden Ansichten auf ein so anspruchsvolles und aufwändiges Projekt verständigen konnten.  

In zahlreichen Gesprächen mit Beteiligten aus Politik, Presse, Denkmalpflege und Architektenschaft wurde mir bewusst, wie wichtig es war, dass die verantwortlichen Personen jeweils ein eigenes, möglichst persönliches Verhältnis zum Dom-Römer-Projekt entwickelten konnten und sich dieses komplizierte und anspruchsvolle Projekt über die weitgehend geregelte offizielle Kommunikation organisatorischer Abläufe hinaus zu eigen machten.

Um diese sehr persönliche Ebene erfassen und darstellen zu können, bat ich zunächst zehn Fachleute unterschiedlichster Disziplinen, die am Zustandekommen des Dom-Römer-Projekts maßgeblich beteiligt waren, mir jeweils auf dem Hintergrund ihrer Biografien über die Entstehung der Neuen Frankfurter Altstadt zu berichten. 

Aus diesem Material habe ich für die erste Ausgabe des Werkbuchs sechs Porträtgespräche herausgearbeitet, die in der Form subjektiver Erzählungen ihren Anteil am das Projekt aus unterschiedlichen Perspektiven beschreiben. 

Geplant als Collage soll die Erzählung von persönlicher Annäherung und Aneignung zum Bild werden; eine Montage, in der unter anderem Stadterkundungen der Porträtierten mit Filmmaterialien aus familiären Besitzständen, Fotografien und historischem Filmmaterial der Stadtgeschichte kombiniert werden. 

Jedes Porträt steht für eine einzelne Erkundung; aus unterschiedlichen Richtungen kommen alle auf dem Römerberg in der Neuen Frankfurter Altstadt zusammen. 

Thomas Mank, April 2021

Die erste Werkbuch-Fassung vom 30. April 2021 enthält eine Auswahl von zunächst sechs Texten, die in der Art einer Kurgeschichtensammlung geordnet sind.

Begonnen im August 2019 wird das Projekt bereits mit Mitteln der Hessischen Filmförderung für die Drehbuchherstellung gefördert.

Filmemacher, Gestalter
Dipl.-Des. VK+AV@HfG Offenbach
Ateliers in Frankfurt am Main und Berlin.
kontakt [at] thomasmank.de

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