DomRömer – der gebaute Diskurs (Webinstallation)

Videoporträts, Fotografien, Klänge und Texte beschreiben als non-linear und interaktiv gestaltete Collage, veröffentlicht in der Art einer WebDoku, die Neue Frankfurter Altstadt und erzählen, wie aus der Wechselbeziehung zwischen bürgerschaftlichem Engagement, Politik und Stadtplanung ein bundesweit bislang einmaliges städtebauliches Großprojekt entstehen konnte.

Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit dem Fotografen Stefan Freund.

Gefördert mit einem Projektstipendium (3b Phase) des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst im Rahmen des Kulturpakets „Hessen kulturell neu eröffnen“.

Zusammenfassung

Von 2012 bis 2018 wurde zwischen Römerberg und Domplatz die Neue Frankfurter Altstadt entwickelt und gebaut, getragen vom Einvernehmen aller im Magistrat vertretenen Parteien und einem breiten Interesse der Frankfurter Bürgerschaft.

Als interaktive Collage erzählt »DomRömer – der gebaute Diskurs« die Neue Frankfurter Altstadt aus den persönlichen Perspektiven unterschiedlichster Personen und beschreibt, wie aus der ungewöhnlichen Wechselbeziehung zwischen bürgerschaftlichem Engagement, Politik und Stadtplanung ein bundesweit bislang einmaliges städtebauliches Großprojekt entstehen konnte.

Ergänzend werden am Beispiel der konkreten Arbeit eines der beteiligten Architektenbüros auch die komplexen gestalterischen und organisatorischen Vorgänge dargestellt, die für das praktische Zustandekommen von Architektur notwendig sind.

Projekt: Eine interaktive Collage

Begonnen wurde »DomRömer – der gebaute Diskurs« im November 2019 zunächst als Essayfilm mit Mitteln der Hessischen Filmförderung zur Drehbuchherstellung. Die Arbeit wurde im Februar 2020 wegen der COVID19Pandemie unterbrochen. Jetzt soll das Projekt als non-lineare interaktive Collage erstellt und online veröffentlicht werden. 

Ursprünglich angelegt als ein Nachdenken über das Thema Stadtplanung und Kommunikation stehen hier individuelle Porträts von Personen, die das Entstehen der Neuen Altstadt befördert und begleitet haben, im leitmotivischen Zentrum der Arbeit. Dies als Konsequenz aus der Isolationserfahrung, die eine nachhaltige Veränderung auch im Verständnis des Themas Architektur und Stadt bewirkt hat. 

Jedes Porträt wird den individuellen Anteil der Person an der Geschichte der Neuen Altstadt sichtbar machen und bezeugen, dass es Persönlichkeiten sind, die mit ihren unterschiedlichen Herkünften, Lebenserfahrungen, Ideen, Hoffnungen und Kritiken – auch über Planungen, Verordnungen und Sachzwänge hinaus – das Entstehen und die Veränderungen einer Stadt maßgeblich mitgestalten. 

Die Auswahl der Porträtierten umfasst zunächst politisch und organisatorisch Verantwortliche wie u.a. die ehemalige Frankfurter Oberbürgermeisterin Dr. Petra Roth, den umstrittenen Offenbacher Politologen und Publizisten Dr. Claus M. Wolfschlag oder den ehemaligen Geschäftsführer der DomRömer AG, Michael Guntersdorf und eine Auswahl engagierter Frankfurter Bürgerinnen und Bürger. Nicht zuletzt werden auch Menschen berichten, die mittlerweile in jenen Häusern selbst wohnen oder arbeiten.

Zudem werden mit der Arbeit des Büros »Jordi & Keller Architekten«, das mit den Häusern „Großer Rebstock (Markt 8)“ und „Zu den drei Römern (Markt 40)“ zwei der preisgekrönten Bauten der Neuen Frankfurter Altstadt verantwortet, die architektonisch-kreativen Vorgänge dargestellt. Ergänzt von Stadtplaner*innen, die die Entstehung der Neuen Altstadt in Ausschüssen und Gremien fachlich unterstützt haben.          

Thomas Mank 2021

Filmemacher, Gestalter

Selbstständig seit 1991 in Frankfurt am Main und Berlin mit Filmen, multimedialen Ausstellungen und Installationen.

Studium der Visuellen Kommunikation, audiovisuellen Medien und Experimentalfilm bei Helmut Herbst und Urs Breitenstein an der HfG Offenbach (Diplom-Designer), Film- Fernseh- Theaterwissenschaften, Philosophie und Linguistik an der Goethe-Universität Frankfurt.

Ausstellungen und Installationen u.a. für das Deutsche Filmmuseum Frankfurt, die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), das DIN Deutsches Institut für Normung e.V. und den Deutschen Bundestag.

Zweifacher Preisträger des Hessischen Film‐ und Kinopreises, Hauptpreis 11/o Festival del Cortometraggio „Scrittura e Immagine“ Pescara, Hauptpreis des internationalen Festivals für experimentelle Kurzfilme „experi & nixperi“.